Aquarianer auf Reisen…

Jahresausflug 2019 der Aquarien- und Terrarienfreunde Hohenlohe e.V.
zu unseren französischen Nachbarn ins Elsass am 25. und 26. Mai

Pünktlich um 7.45 Uhr am Samstag starteten 37 Erwachsene und 2 Kinder in Bretzfeld zum zweitägigen Jahresausflug. Wir hatten das große Glück mit unserem erfahrenen und bestens bekannten Busfahrer Kuno vom Busunternehmen Zügel aus Wüstenrot unsere Reise antreten zu dürfen.
Unsere Fahrt ging zügig über die A 6 Richtung Frankreich.
Kurz nach Baden-Baden legten wir unsere beliebte Vesper-Pause mit Brötchen, Landjägern und Getränken auf einem Rastplatz ein.
Danach gings weiter und ruckzuck waren wir über den Rhein gefahren und ohne jede Kontrolle in unserem Nachbarland Frankreich. Hier erwartete uns unser erster Programmpunkt, das Château du Haut-Kœnigsbourg in Orschwiller, das zwischen Strasbourg und Colmar liegt.

Das imposante Bauwerk mit einer Länge von 260 m thront auf einem 757 m hohen Bergkegel am Ostrand der Vogesen auf einem mächtigen Buntsteinfelsen. Die beeindruckende Burganlage wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut und hat eine wechselvolle Geschichte mit Herrschern verschiedener Nationalitäten als Burgherren hinter sich.

Sie ist mit jährlich etwa 500.000 Besuchern die meistbesuchte Burg der Region und einer der am häufigsten frequentierten Touristenorte ganz Frankreichs.Wir haben sie auf eigene Faust besichtigt und waren beeindruckt von den wunderbaren Räumlichkeiten mit pracht- und prunkvoller Ausstattung.

Es war schon sehr interessant zu sehen, welche Kunstwerke in früheren Zeiten mit den damaligen Mitteln schon erschaffen wurden.
Leider konnten wir die Aussicht weit über die Rheinebene und zu benachbarten Burgen nicht so richtig genießen, da wir keine klare Sicht hatten und später auch noch ein sehr heftiger Regen einsetzte. Aber es waren einige sehr schöne Stunden auf der Burganlage, die wir mit einem Besuch in der Taverne oder am Kiosk beendeten.
Um 14.00 Uhr ging’s weiter nach Riquewihr (Reichenweier), einem kleinen Dorf mit rund 1100 Einwohnern. Auf Grund seines unversehrt erhaltenen Stadtbildes aus dem 16. Jahrhundert ist es als eines der Plus beaux villages de France (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert.

Der Regen hatte glücklicherweise wieder aufgehört und wir flanierten auf Kopfsteinpflasterstraßen mit vielen anderen Touristen aus allen Herren Ländern durch dieses malerische Örtchen. Begeistert waren wir von den schönen Fachwerkfassaden der ansprechend gestalteten Häuser und noch mehr von den vielen darin befindlichen Geschäften wie Weinhandlungen, Kunstgalerien, Cafés, Bäckereien, Restaurants usw. Kaum einer der Teilnehmer konnte den angebotenen süßen Spezialitäten widerstehen und ein Großteil hat sich anschließend einen Elsässer Flammkuchen mit natürlich einem guten Glas Elsässer Wein schmecken lassen.

Beschwingt und bestens gelaunt ging es dann weiter zu unserem Hotel in Colmar, wo wir kurz unsere Zimmer bezogen und uns schon auf unsere Fahrt um 18.00 Uhr in die Innenstadt freuten.

Colmar, mit 67.000 Einwohnern nach Strasbourg und Mulhouse die drittgrößte Stadt des Elsass, ist eines der attraktivsten Ausflugsziele der Region und für seine Fachwerkhäuser, Kanäle und die blumengeschmückte Altstadt bekannt. Unser lieber Fahrer Kuno brachte uns souverän auch dorthin und unser lieber Marco als Organisator und Reiseführer zeigte uns per Fuß die Innenstadt von Colmar.
Es ging über den zentralen Platz am gotischen Martinsmünster aus dem 13. Jahrhundert vorbei in die reizvolle Altstadt, mit ihren vielen Geschäften und Restaurants, weiter ins Gerberviertel. Die liebevoll restaurierten Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, mit tragendem Fachwerk ausgestattet, sind sehr schön anzusehen.

Weiter flanierten wir ans Ufer der Lauch, wo malerisch aneinandergereihte Fachwerkhäuser von früheren Fährmännern und Fischern stehen. Das Viertel um das Flüsschen Lauch wird auch gerne und zu Recht „Klein-Venedig“ genannt. Es hat schon eine besondere Ausstrahlung und wir waren sehr beeindruckt. Anschließend ging es dann in kleineren Gruppen in die Restaurants zum gemütlichen Abendessen mit guten Getränken und lustigen Gesprächen in der Runde.

Pünktlich und ein bisschen müden stiegen wir um 21.30 Uhr wieder zu unserem Kuno in den wartenden Bus und ließen uns zu unserem Hotel zur wohlverdienten Nachtruhe fahren.

Nach einem französischen Frühstück und gepackten Koffern fuhren wir am Sonntagmorgen zu einem weiteren Programmpunkt, dem Vivarium du Moulin in Lautenbach-Zell. Und hier erwartete uns ein absolutes Highlight!

Schon vom Bus aus „begrüßte“ uns eine übergroße stählerne Gottesanbeterin vor einer schönen alten Mühle. Wir wurden auf herzlichste von Monsieur André Leetz, einem ausgewiesenen Spinnenexperten, der extra eine Anreise von 45 Minuten für uns auf sich genommen hatte, und einer freundlichen Mitarbeiterin empfangen.

Monsieur Leetz führte uns in 2 Gruppen durch sein besonderes Reich über 3 Stockwerke und wusste alles zu seinen vielen Insekten (lebend und konserviert). Eine Spinnenart wurde sogar nach ihm benannt.

Auch die beiden Kinder Nina und Felix hatten große Freude einmal eine Ameisenburg von unten zu besichtigen, Bienen beim Bau zuzusehen, wandelnde Blätter auf dem Arm zu haben, seltene Käfer und Spinnen anzusehen und vieles mehr. Eine lustige Rasselbande Zwergmäuse tollte in einem großen Terrarium herum. Beeindruckend schön gestaltet waren auch die vielen aufgestellten Modelle aus Edelstahl von einem begnadeten Künstler, der sehr detailgenau verschiedene Insektenarten gestaltet hat.

Ebenso gut haben uns die gezeichneten Bilder mit bunten Schmetterlingen und die aufgehängten Plakate mit vielen wissenswerten Informationen gefallen.

Es fiel uns sehr schwer, uns aus dem einmaligen Ambiente im Inneren des Hauses und dem schönen Anwesen überhaupt, direkt am Bach gelegen, und großem Naturteich zu lösen.

Wir mussten uns aber leider von unserem Experten, Monsieur Leetz verabschieden, der unseren Wissendurst und viele Fragen kompetent und freundlichst in deutscher Sprache beantwortet hat. Einen Besuch dieses Hauses können wir nur wärmstens weiterempfehlen.

Und weiter ging unsere Reise nach Écomusée d’Alsace. Das Pendant zum Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof ist auf der anderen Seite des Rheins das Écomusée d’Alsace. Es ist das größte Freilichtmuseum Frankreichs.
70 Häuser vorwiegend aus dem südlichen Elsaß und dem Sundgau wurden hier wiederaufgebaut. So gibt es eine Bäckerei, Schule, Wassermühle, Schnapsbrennerei, Töpferei und natürlich typische Bauernhäuser der Region. Im Museumsdorf leben Pferde, Schweine, Kühe, Enten, Esel, Ziegen, Gänse, Störche und andere Tiere. Viele Vorführungen, z.B. in einer Schulklasse oder in Werkstätten (Schmiede, Sägemühle, Töpferei) geben Einblicke in frühere Zeiten und das traditionelle Leben auf dem Land.

Man kann dem Melken und Füttern der Kühe zusehen und mit dem Leiterwagen auf das Feld fahren, erfährt etwas über traditionelle Milchverarbeitung und die Kelterei.
Das Restaurant La Taverne im Herzen des Museums und eine Boulangerie (Bäckerei) laden dazu ein, eine traditionelle, saisonale Küche und einheimische Backwaren zu genießen.

Auf dem weitläufigen Gelände verteilten sich die Reiseteilnehmer einzeln oder in Grüppchen, je nach Interessenlage. Bald auf jedem Haus war ein besetztes Storchennest; noch nie hatten wir so viele Störche auf „einem Haufen“ gesehen. Dementsprechend wurde fleißig fotografiert. Auch ein Rad schlagender Pfau war ein beliebtes Fotomodell.
Ochsen wurden vor den Karren gespannt und zogen eine Runde durchs Gelände, um altes Stroh abzufahren. Während die einen frischen Blechkuchen oder mit Pastete gefüllte Blätterteighörnchen probierten, ließen sich andere diverse Schnaps-Pröbchen in der Destillerie schmecken, oder setzten sich gemächlich in eine „Winstub“ am See mit einem leckeren Viertele. Hier könnte man tagelang verweilen, bis man alles gesehen hat.

Viel zu schnell verging die Zeit und um 15.00 Uhr ging es wieder Richtung Deutschland. Nach gut 3 Stunden sind wir dann zum bestellten Abendessen im Restaurant Ratsstube in Sinsheim-Dühren zum gemeinsamen Abschluss eingetroffen. Hier im stilvollen Ambiente, charmanter Bedienung und hervorragendem, feinen Essen und Trinken ließen wir die schönen zwei Tage in angenehmer und lustiger Runde ausklingen.
Die letzte Strecke zu unserem Ziel in Bretzfeld verbrachten wir in fröhlicher Runde und waren alle der Meinung, dass es ein wunderbarer, sehr schöner und gelungener Jahresausflug war.
Wir möchten uns bei allen Organisatoren unter der bewährten Federführung von Marco für die hervorragende Gestaltung des Jahresausfluges mit der vorangegangenen vielen Arbeit sehr herzlich bedanken und ein großes Lob aussprechen. Schön war auch, dass unser 1. Vorstand, Willi Schönleber und seine liebe Heidi uns trotz gesundheitlicher Probleme begleitet haben und im Vorfeld ebenfalls viel zum tollen Gelingen dieser zwei Tage beigetragen haben. Einen besonderen Dank Euch Beiden.
Und natürlich auch ein ganz großes und dickes Lob an unseren perfekten Busfahrer Kuno, der uns sowohl vorwärtsfahrend, als auch rückwärtsfahrend die vielen Kilometer sicher gefahren und auch mit netten Informationen versorgt hat. Wir haben uns in jeder Sekunde der vielen Fahrtzeit bestens aufgehoben gefühlt und wollen im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mit unserem Kuno von der Firma Zügel aus Wüstenrot fahren.

Es war einfach ein schönes und erlebnisreiches Wochenende.

Verfasser: Helga Weber

Bilder privat